30 Teilnehmer besuchen die Schlachtfelder vor Verdun

30 Teilnehmer besuchen die Schlachtfelder vor Verdun

Veranstaltung von Naturfreunden, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) am zweiten Septemberwochenende
Über 100 Jahre sind die Schlachten vor Verdun vorbei, die Kämpfe über die Geschichtsschreibung werden bis heute geschlagen. Es gibt nichts was länger lebt als alte Lügen. Neue Lügen kommen dazu; aktuelle Bücher behaupten, zum Krieg hätten Zufälle, Fehler oder Traumwandler geführt. Der Krieg sei nicht zu vermeiden gewesen. Andere behaupten, der „Große Europäische Krieg“ hätte 1914 begonnen und am 8,Mai 1945 geendet, so dass auch die Kriegsschuld des 2. Weltkrieges gleich mit entsorgt wird.
Kein Wort von Imperialismus, vom Kampf um Rohstoffe und Märkte, für den man Millionen junge Leben zu opfern bereit war. Und Deutschland war der Verursacher, der die europäischen Bündnissysteme zur Verhinderung des Weltkrieges in das Gegenteil verkehrt hat.
Aller Streit tritt in den Hintergrund, wenn man die Schlachtfelder heute sieht. Von den Dörfern in einem Streifen von 10 x 40 km vor Verdun sind weder die Fundamente der Häuser noch Straßenfluchten zu erkennen. Ein riesiges Gebeinhaus voller Menschenknochen und Gräberfelder so weit das Auge reicht.
Die Natur hat sich in den 100 Jahren nicht erholen können. Die Böden sind tiefgründig vergiftet, Bäume und Büsche sehen krank und kleinwüchsig aus, manche Arten gedeihen überhaupt nicht. Kein Vogel singt. So wird die Welt aussehen, wenn der Mensch mit der Welt fertig sein wird.
Auf der Rückfahrt überlege ich, ob der Mensch etwas gelernt hat. Dann hätte das Sterben wenigstes einen kleinen Sinn gehabt. Ein Blick in die Tagesschau lässt zweifeln. Noch immer sterben Millionen Menschen für Rohstoffe und Märkte. Noch schlimmer. Wie vor 400 Jahren verstecken sich die Mörder wieder hinter Religionen und sogar dem angeblichen Willen Gottes.
Kriege sind die größte Verschwendung von Resourcen und die größte Zerstörung der Umwelt. Wann begreift das die Weltgemeinschaft und ächtet alle Kriegstreiber?

Text: Bernhard Fox